EMDR
EMDR (Eye movement desensitization and reprocessing) wurde Ende der 80er Jahre von der amerikanischen Psychologin Francine Sharpiro entwickelt, die entdeckte, dass mittels Augenbewegungen belastende Gedanken abgeschwächt werden und Entspannung eintreten kann.
Mit der Methode können belastende Situationen, v.a. blockierte traumatische Erinnerungen auch neuronal im Gehirn verarbeitet werden. Seit 2015 ist EMDR ein von der kassenärztlichen Vereinigung anerkanntes Verfahren zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen im Rahmen einer Richtlinien-Psychotherapie.
Traumatherapie
Menschen mit einem Trauma haben eine psychische oder physische Schädigung ausgelöst durch ein extrem belastendes Ereignis, meist verbunden mit einer existenziellen Bedrohung, dass die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt. Wer ein Trauma erlebt hat, bei dem ist häufig das Gefühl von Sicherheit zerstört; intensive Angst und Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht sind häufige Auswirkungen neben weiteren, oft langfristigen Folgen.
Das traumatische Geschehen ist nicht mehr rückgängig zu machen. Doch die emotionale Wucht kann gemildert werden, um mit dem Geschehenen besser leben zu können. Ziel einer Therapie ist es, das Trauma als Teil der eigenen Lebensgeschichte zu integrieren, ohne von ihm beherrscht zu werden.
Aufgabe einer Traumatherapie sind die Stabilisierung, Verarbeitung und Integration traumatischer Erinnerungen sowie die Reduktion posttraumatischer Symptome (z.B. Intrusionen, Flashbacks, Albträume, Übererregung).
Eine Traumatherapie erfordert spezielle Vorgehensweisen. Zu Beginn steht die Stabilisierung im Vordergrund. Im weiteren Verlauf können dann traumatische Erlebnisse nach und nach mit traumasensiblen Methoden konfrontiert werden, um die Erlebnisse und Bilder zu integrieren und nicht mehr von traumatischem Geschehen überflutet zu werden.
